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- Warum queere Geschichten wichtig sind — und warum LGBTQIA+ schon immer Teil der Kunst war
Ein persönlicher Impuls zur Selbstreflexion für dich und dein Umfeld Kunst ist der älteste Ort für Vielfalt. Und sie war schon immer queer — lange bevor wir das Wort dafür hatten. Mythen, Malereien, Gedichte, Theater, Musik, moderne Serien: Überall begegnen uns Figuren, die Grenzen überschreiten. Menschen, die anders fühlen. Beziehungen, die nicht in das einfache Schema passen, das unsere Gesellschaft später daraus gemacht hat. Queere Sichtbarkeit ist kein Trend. Sie ist Erinnerung an das, was Menschen immer schon waren: vielfältig. Dieser Beitrag verbindet Geschichte, Gesellschaft und meine eigene Erfahrung — als Einladung an dich, sanft über deine eigenen Prägungen, Gefühle, Trigger und vielleicht auch Ängste nachzudenken. Was queere Figuren für mich bedeutet haben Ich war noch ziemlich jung, als mich die ersten queeren Charaktere in Filmen oder Serien berührt haben. Damals hätte ich es vermutlich nicht so benennen können, aber etwas an ihnen hat in mir etwas geöffnet: ein Gefühl von Wiedererkennen ein erstes „Ich glaube, ich verstehe mich ein bisschen besser“ ein Anker, der mir gezeigt hat, dass ich nicht falsch bin Ohne diese Figuren wäre es deutlich schwieriger gewesen, herauszufinden, wer ich eigentlich bin — wer ich sein will , welche Art von Liebe zu mir passt und wie ich mein Leben so gestalten kann, dass ich darin glücklich werde. Und die Menschen um mich herum ebenso. Dieser Weg war nicht linear, nicht glatt und nicht frei von Hindernissen. Aber queere Figuren haben mich daran erinnert, mich selbst nicht zu verlieren. Und genau deshalb ist echte queere Sichtbarkeit wichtig. Was mir dagegen schwer fällt, ist die " Quoten-Queerness" — auf Teufel komm raus eingefügte Figuren, die mehr Symbol als Mensch sind. Ich finde: Wenn queere Charaktere auftreten, sollten sie das tun, weil sie etwas über das Leben erzählen — nicht weil ein Streamingdienst irgendwo ein Häkchen setzen will. Queere Kunst war schon immer da – wir haben sie nur nicht so benannt Ob Zeus als Schwan hinter schönen Männern her war, ob Sufi-Dichter jahrhundertelang über gleichgeschlechtliche Sehnsucht geschrieben haben, ob Shakespeare Figuren schuf, die sich in andere Genderrollen verwickelten, oder ob Fotograf:innen und Autor:innen ihre Wünsche, Ängste und Ambivalenzen versteckt ausdrückten: Queerness war nie neu. Nur unsere Fähigkeit, sie zu erkennen. Das Interessante ist: Viele dieser Werke fühlten sich für mich „vertraut“ an, auch wenn sie nicht meinen Labels entsprachen. Nicht ein großes Erkennen, sondern viele kleine Gefühlsfragmente. Andeutungen, Zwischenräume. Momente, die mir halfen, andere — und mich selbst — besser zu verstehen. Wie ich queere Themen früher gesehen habe Als Kind war mir das Thema egal. Dann kam die Pubertät — und plötzlich fand ich auch Mädchen gut. Was ich aber nicht fand, war Mut. Ich war damals innerlich regelrecht dagegen . Nicht bewusst, eher wie ein Reflex: „Das darf nicht sein.“ Diese Haltung war lange in mir, ohne dass ich es bemerkte. Sie hat mich blockiert. Sie hat verhindert, dass ich Frauen, die ich wirklich mochte, gesagt hätte, was ich fühle. Sie hat mich in Beziehungen mit Menschen geführt — weiblich wie männlich — die eigentlich nie zu mir gehörten. Heute weiß ich: Das war nicht Homofeindlichkeit, sondern Selbstschutz, weil ich mich selbst nicht kannte und mein Umfeld nicht wusste, wie es Raum dafür geben kann. Die Wahrheit: Ich war offen erzogen worden. Das Problem war gar nicht „die Welt“, sondern ich mit mir. Und die Tatsache, dass es auf dem Dorf kaum Offenheit gab — und die wenigen, die queere Beziehungen lebten, einfach nicht „meine Menschen“ waren. Was ich heute sehe — bei mir und anderen Im Alltag erlebe ich die Jugend oft als offen und freundlich. Gleichzeitig wirkt es im Internet extrem polarisiert. Und hier im Vorstadtumfeld empfinde ich vieles als neutral — vielleicht auch, weil ich in einer von außen heteronormativ wirkenden Beziehung lebe. Nicht alles ist harmlos: Nach dem CSD in Frankfurt wurden wir körperlich angegriffen. Ob das an Frankfurt lag oder an der Queerness? Wer weiß. Vermutlich an beidem. Die häufigste Form von Queerfeindlichkeit, der ich begegne, ist weniger offenen Hasses — und mehr Missverständnisse . Dazu gehört vor allem: falsche Vorstellungen über Beziehungen voreilige Stempel, besonders als Paar Misstrauen oder sexuelle Projektionen Unsicherheit, wie man „richtig“ damit umgeht Und ja — manche Menschen wirken interessiert, aber haben Angst, etwas falsch zu sagen oder „nicht queer genug“ zu sein. Das kenne ich selbst. Ich bin beim Flirten früher auch eher über meine eigenen Füße gefallen. Warum triggert LGBTQIA+ manche Menschen überhaupt? Ich habe im Laufe der Jahre oft erlebt, dass selbst offensive Homofeindlichkeit selten aus reiner Bosheit entsteht. Fast immer steckt etwas dahinter: ein unterdrückter Wunsch eine eigene Angst unverarbeitete Erfahrung fehlende Selbstakzeptanz das Gefühl, selbst nie Raum gehabt zu haben Überforderung eine Identität, die sich bedroht fühlt, sobald eine andere sichtbar wird Und das Tragische: Viele merken es nicht einmal. Ich glaube nach wie vor: Selbstakzeptanz ist der erste Schritt zu einem friedlichen Miteinander. Ohne sie geht gar nichts. Ein sanfter Mini-Selbstcheck für Menschen, die queere Themen triggern Stell dir eine queere Figur in einem Film vor, einen Menschen mit Neopronomen, ein lesbisches Paar im Restaurant oder eine Trans-Person im Alltag. Und frag dich einmal: Was fühle ich gerade? Ist das meins — oder etwas, das ich übernommen habe? Warum berührt mich das? Kann das Gefühl etwas mit meinen eigenen Wünschen zu tun haben? Oder mit Ängsten, die ich nie benannt habe? Was wäre, wenn ich neugierig statt abwehrend sein dürfte? Was weiß ich eigentlich wirklich über LGBTQIA+? Kein Druck. Nur ein leiser Blick nach innen. Mein Impuls an Menschen, die härter fühlen, als sie wollen Sexualität und Gender definieren einen Menschen nicht komplett. Sie sind ein Teil — aber nicht das Ganze. Wenn wir das verstehen, verlieren viele Ängste ihre Wucht. Mein Impuls an queere Menschen Andere Menschen werden aus anderen Gründen beleidigt, diskriminiert oder verfolgt. Die Welt ist manchmal grausam. Aber wir können sie bunter, leiser und friedlicher machen — wenn wir zusammenhalten.
- Book Recommendations – Gay Romance & Modern Myth
Reading is more than just passing time. Good stories create connection, awaken empathy, and invite reflection. And sometimes, they make us laugh, let go, or simply carry on. Books can open doors to new ways of thinking and living — whether they’re explicitly queer or simply tell stories where diversity flows naturally. Here, I’m sharing a few personal recommendations that have touched, surprised, or accompanied me in different ways — for everyone who loves stepping into other worlds and is open to new perspectives. No matter whether you identify as queer yourself or just love a good story. Today, we’ll start with the first two book tips. Book Recommendation: Böse Jungs – Susann Julieva | German Gay Romance “Böse Jungs” – When Lightness Touches Depth In Böse Jungs by Susann Julieva, it’s not just about a love triangle, but about everything that lies between: uncertainty, closeness, the past, and the way relationships slowly unfold.At the center is James — and through him, we experience a quiet yet powerful journey through friendship, attraction, doubt, and the subtle spaces in between. What I especially loved about this book is the lightness with which heavier themes are touched upon.It ’s not about stacking dramatic plot points or highlighting toxic dynamics.Instead, we witness a story where the characters are allowed to grow — gently, empathetically, and at their own pace. No judgment, no preaching.That makes it a pleasant, almost intimate read. Despite the title, it’s not about “bad boys” in the classic sense — it’s about emotional friction, open questions, and the human need for connection. And the fact that queer identities such as asexuality find their place here, without being exaggerated or overdramatized, is a real strength. Böse Jungs is light, queer storytelling — full of heart, humor, and space for genuine emotional growth. Book Recommendation: Kafka on the Shore – Haruki Murakami “Kafka on the Shore” – A Tale of Coming of Age Fifteen-year-old Kafka Tamura runs away from home, and mysteriously, his path crosses with other characters.Their stories intertwine into a fascinating novel connecting past and present, myth and reality. What moved me most: The boundaries between inside and outside: Murakami leaves open what’s real and what’s imagined — inviting readers to dwell in the in-between. Layers and multiplicity: It’s not a straightforward coming-of-age story, but a weave of identity, fate, loss, and self-discovery. Language and atmosphere: His prose flows with lightness and imagery that lingers.The literary magazine Perlentaucher describes it as “breaking the meaningful with the mundane” — which captures its magic perfectly. A cultural perspective beyond our own: Japanese settings, mythology, and landscapes open the reader’s eyes to a wider world. Good to know: Not all threads are resolved — Murakami leaves mystery on purpose.At times, the story feels surreal, and some readers may miss structure or explanation.But for me, that’s exactly where his strength lies. It’s not a queer novel in the strict sense — LGBTQ+ themes are not central, but part of a broader mosaic. Why it matters — especially for open-minded readers: Because Kafka on the Shore shows this truth: You don’t have to be queer to find yourself in a text.Often, it’s not the explicitly queer themes but those of boundaries, detours, identity, dreams, loss, belonging, and non-belonging that touch us when we’re searching.The book leaves space — for your own thoughts, questions, and interpretations. And that’s where its beauty lies. Two very different works — yet both offer worlds that linger, each in their own way. Next week, we’ll turn to the Trans Awareness Week (starting November 11, 6:00 p.m.). Because visibility isn’t a trend.It ’s a necessity. Stay curious — and if you like, share this post with someone who might be hearing about it for the first time. Have more book recommendations? Share them with the community in the comments below.
- Buchtipps - Gay Romance & Moderner Mythos
Lesen ist mehr als nur Zeitvertreib. Gute Geschichten schaffen Verbindung, wecken Mitgefühl, regen zum Nachdenken an. Und manchmal auch zum Lachen, Loslassen oder Weitermachen. Bücher können Türen öffnen zu neuen Denk- und Lebensräumen, egal ob sie explizit queer sind oder einfach Geschichten erzählen, in denen Vielfalt ganz selbstverständlich mitschwingt. Hier teile ich ein paar persönliche Empfehlungen, die mich auf unterschiedliche Weise berührt, überrascht oder begleitet haben – für alle, die sich gerne in andere Welten einfühlen und offen sind für neue Perspektiven. Ganz egal, ob du selbst queer bist oder einfach gern gute Bücher liest. Heute geht es mit den ersten zwei Buchtipps los. Buchtipp: Böse Jungs - Susann Julieva Böse Jungs – Wenn Leichtigkeit Tiefe berührt In Böse Jungs von Susann Julieva geht es nicht nur um eine Dreieckskonstellation, sondern um das, was dazwischen liegt: Unsicherheit, Nähe, Vergangenheiten und die Art, wie sich Beziehungen langsam entfalten. Im Zentrum steht James – und mit ihm eine leise, aber kraftvolle Reise durch Freundschaft, Anziehung, Zweifel und das, was manchmal zwischen all dem entsteht. Was ich an dem Buch besonders mochte, war die Leichtigkeit, mit der dennoch schwere Themen gestreift werden : Es geht nicht darum, möglichst dramatische Plotpunkte aneinanderzureihen oder eine toxische Dynamik in den Vordergrund zu stellen. Stattdessen erleben wir eine Geschichte, in der die Figuren ihre eigenen Prozesse durchlaufen dürfen – einfühlsam und nachvollziehbar , ohne Zwang, ohne erhobenen Zeigefinger. Gerade das macht es zu einer angenehmen, fast intimen Lektüre. Trotz des Titels geht es nicht um Bad Boys im klassischen Sinne, sondern um emotionale Reibung , um offene Fragen und das Bedürfnis nach Bindung. Dass dabei auch queere Identitäten wie Asexualität ihren Platz finden, ohne dass sie ins Zentrum gestellt oder künstlich überdramatisiert werden, ist für mich ein echter Pluspunkt. Böse Jungs ist leichte, queere Unterhaltung – mit Herz, Humor und Raum für echte Entwicklung. Buchtipp: Kafka am Strand - Haruki Murakami Kafka am Strand - Eine Erzählung vom Erwachsenwerden Der 15-jährige Kafka Tamura flieht von zu Hause und auf mysteriöse Weise kreuzen sich seine Wege mit anderen Figuren. Gemeinsam verweben sich ihre Wege zu einem spannenden Roman Vergangenheit, Realität, Mythos und Gegenwart. Was mich besonders bewegt hat Grenzen zwischen Innen und Außen : Murakami lässt oft offen, was wirklich geschieht – und fordert die Leserin*den, sich in Zwischenräume hineinzudenken Mehrschichtigkeit : Es ist kein lineares Coming-of-Age, sondern ein Geflecht aus Identität, Schicksal, Verlust und Selbstfindung Sprache & Atmosphäre : Er schreibt mit Leichtigkeit in Bildern, die lange nachhallen. In Perlentaucher heißt es, er „bricht immer wieder das Bedeutsame mit dem Banalen“ – das hebt die Wirkung ganz besonders. Perlentaucher Kultureller Blick über eigene Grenzen hinweg : Der japanische Kontext, die Mythologien, die japanischen Landschaftsbeschreibungen – all das öffnet den Blick. Wichtig zu wissen: Nicht alle Plot-Elemente lösen sich auf – ein Teil bleibt rätselhaft (Absicht Murakamis) Manchmal wirken die Übergänge sehr surreal, sodass manche Leser*innen Strukturen oder Erklärungen vermissen Ich sehe hierin eher die große Stärke Murakamis Arbeit Es ist kein klassischer queerer Roman – LGBTQ-Themen sind nicht Hauptfokus, sondern Teil eines größeren Mosaiks Warum es gerade für dich / für viele „offene Leser*innen“ wertvoll ist: Weil Kafka am Strand zeigt: Du musst nicht queer sein, um in einem Text Orte zu finden, in denen du dich wiedererkennst. Oft sind es nicht die expliziten queeren Themen, sondern jene Bilder von Grenzen, Umwegen, Identität, Traum, Verlust, Heimat und Nicht-Heimat, die uns berühren, wenn wir auf der Suche sind. Das Buch lässt Raum – Raum für eigene Gedanken, Fragen, Vermutungen. Und darin liegt seine Stärke. Es handelt sich um zwei sehr unterschiedliche Werke. Trans Awareness Week >> nächsten Donnerstag. 18.00 Uhr. Denn Sichtbarkeit ist kein Trend. Sie ist eine Notwendigkeit. Bleib neugierig – und wenn du magst, teil diesen Beitrag mit jemandem, der vielleicht zum ersten Mal davon hört. Du hast weitere Empfehlungen? Teile sie gerne in den Kommentaren mit der Community.
- Trans Parent Day – Sichtbarkeit für Eltern und Kinder
Am 2. November wird jährlich der Trans Parent Day begangen – ein Tag, der das Leben, die Liebe und die Vielfalt in Familien feiert, in denen eine oder mehrere Personen trans sind. Er würdigt trans Eltern, trans Kinder und die Verbindungen zwischen ihnen. (Siehe etwa das Pride-Komitee oder LGBTQ-Gruppen, die den Tag listen.) Warum das wichtig ist? Weil in unserem gesellschaftlichen Bild von Familie oft Vorstellungsklischees herrschen: Mutter, Vater, Kinder. Aber das Leben ist divers und sind es Familien ebenso. Für trans Eltern heißt dieses Bildbrechen häufig, gehört zu werden, anerkannt zu werden und nicht dauernd mit Fragen oder Vorurteilen konfrontiert zu sein. Persönliche Empfehlungen für alle anlässlich des Trans Parent Day Serie: Transparent Die Serie Transparent (2014–2019) erzählt die Geschichte der Familie Pfefferman, deren Vater (Mort) sich in Maura umbenennt und als trans Frau lebt. Dabei geht es nicht nur um Transition – sondern um Familie, Beziehung, Identität, Veränderung. Für mich war Transparent nicht perfekt, aber muss denn immer alles perfekt sein? Ist manchmal nicht schon der Versuch einer Würdigung wert? Natürlich gibt es berechtigte Kritik, etwa zur Besetzung eines cisgender Schauspielers als trans Frau oder zu internen Konflikten. Aber was mich getragen hat: die Darstellung, dass trans Eltern mehr sind als nur ihr Transsein. Sie sind Mutter, Vater, Großeltern, Partner:innen, Schwester, Lehrer:innen. Nicht reduziert, sondern vielfältig. In einer Zeit, in der kaum einer Fokus auf dieses Thema gelegt hat. Film: Alle Farben des Lebens – Drei Generationen, eine Geschichte Ein Film, der mir persönlich nahe gegangen ist, ist Alle Farben des Lebens ( About Ray / 3 Generations , 2015). Auch wenn er in manchen Momenten etwas zu glatt erzählt ist – die Grundidee bleibt stark: Ein Kind befindet sich in der Transition, doch die eigentliche Geschichte spielt sich zwischen Mutter und Großmutter ab . Denn nicht nur Ray will sich selbst finden – auch die Mutter kämpft mit ihrer Rolle als Alleinerziehende und die Großmutter mit ihrem Weltbild, das plötzlich auf die Probe gestellt wird. Was mich besonders berührt hat, war der Umstand, dass das Transsein nicht als einziges Thema alles andere überdeckt , sondern dass alle Beteiligten mit ihren eigenen Altlasten ringen : mit verpassten Chancen, Überforderung, Trauer, Stolz und einer Liebe, die manchmal zu laut, manchmal zu leise ist. Das ist es, was auch den Trans Parent Day ausmacht: Sichtbar machen, dass Familie kein eindimensionaler Ort ist. Dass Eltern nicht perfekt sein müssen, sondern Menschen mit Geschichten – und dass es Kraft braucht, diese Geschichten nebeneinander bestehen zu lassen. Film: Mein Sohn Helen – ein stilles Pionierstück Wenn es einen Film gibt, der mich damals wirklich bewegt hat, dann war es „Mein Sohn Helen“ – eine deutsche Fernsehproduktion aus dem Jahr 2015 , die mit ganz einfachen Mitteln einen damals fast unsichtbaren Raum betreten hat: die Darstellung eines transidenten Teenagers im deutschsprachigen TV. Der Film erzählt die Geschichte von Finn , der über die Ferien als Helen zurückkehrt – sehr zur Überraschung seines Vaters, der sich mit dieser Realität zunächst schwer tut. Es geht dabei nicht um Sensation oder Drama, sondern um das Ankommen im echten Leben , in einer Familie, die zwischen Verständnis, Überforderung und Liebe schwankt. Was mich besonders berührt hat: Die Darstellung ist wertschätzend, sensibel und unaufgeregt . Kein Schockmoment, keine laute Empörung, sondern eine echte Auseinandersetzung mit Fragen wie: Was macht Identität aus? Wie reagiere ich, wenn mein Kind mir eine neue Wahrheit zeigt? Und kann ich lieben, ohne alles sofort zu verstehen? Besonders stark ist auch die Besetzung: Jannik Schümann spielt Finn/Helen mit einer ruhigen Präsenz, die nicht überzeichnet, sondern nachvollziehbar wirkt .Ja – ich geb’s zu, ich hatte (und hab immer noch) 'n kleinen Crush auf ihn. Aber abgesehen davon ist es einfach schön, so eine starke, deutsche Produktion in einer Zeit zu sehen, in der queere Themen hierzulande kaum Raum in Film und Fernsehen bekommen haben. Für mich als nicht-trans-Person mit Cis-Eltern war das zumindest eine Form, einen Blick und eine Art Grundverständnis für Betroffene zu entwickeln und darum geht es doch, oder? Queere Buchempfehlungen >> nächsten Donnerstag. 18.00 Uhr. Denn Sichtbarkeit ist kein Trend. Sie ist eine Notwendigkeit. Bleib neugierig – und wenn du magst, teil diesen Beitrag mit jemandem, der vielleicht zum ersten Mal davon hört. Du hast weitere Empfehlungen? Teile sie gerne in den Kommentaren mit der Community.
- Asexual Awareness Week – Exploring Asexuality and Its Many Facets
From October 20 to 26 , we’re shining a light on Asexual Awareness Week – a time to explore and understand the diversity within asexuality. By the way, this week was International Pronouns Day . Maybe it passed by unnoticed – or maybe it made you pause for a moment. Here’s the short version: For many people, pronouns are just words.For others, they’re the first time they feel seen. Asexual Awareness Week – Why Visibility Creates Space October 15. For most, just another ordinary day in October. But globally, October 15 marks International Pronouns Day –a day that invites us to reflect on our own and others’ ways of being through language.Often overlooked, yet fundamental to respectful communication. Especially within the queer context, it’s not about labels – it’s about recognition. Not about demands – but about being acknowledged. And that brings us right into today’s topic: Asexual Awareness Week , which takes place every year at the end of October,navigates the same balancing act – between visibility and understanding, between existence and acceptance. And the simple truth: Just because something doesn’t matter to medoesn’t mean it can’t hold deep meaning for someone else. After all – not everyone likes football either. What Is Asexuality? Asexuality describes a sexual orientation in which a person experiences little or no sexual attraction to others. That doesn’t mean they don’t want closeness, love, or relationships. It simply means that sexuality is not a central or necessary part of their interpersonal experience. Some asexual people also describe themselves as romantic – for example, homoromantic, biromantic, or aromantic – to express the direction in which their emotional or romantic attraction develops. Others experience attraction only rarely or under specific circumstances( demisexual, grey-ace, etc.). In short:The asexual community is as diverse as any other – and yet it is still often overlooked, misunderstood, or even ridiculed. Why This Matters – Even If You’re Not Affected I’m not asexual myself.I don’t personally know anyone who identifies that way. And that’s exactly why I’m writing this post. Because visibility doesn’t mean everyone has to be personally affected. It means creating space where people no longer have to justify who they are –where they’re simply allowed to be. I hope we learn to listen to the quiet voices, too.That we don’t only pay attention once people have to shout to be heard.And that we begin to understand: Diversity isn’t always loud, colorful, or expressive.Sometimes, it’s quiet. Subtle. Sensitive. Looking Ahead: Intersex Awareness Day – October 26 Right after Asexual Awareness Week comes Intersex Awareness Day – another important reminder to expand our perspectives. Intersex people are still too often ignored – medically, socially, and legally – or even “corrected” without their consent. Here, too, the message is simple: You don’t have to be affected to care.But you can start asking questions. You can listen, learn, reflect. More on this next Saturday, 6 PM CET. Because visibility isn’t a trend. It ’s a necessity. Stay curious – and if you’d like, share this post with someone who might be hearing about it for the first time.
- LGBTQ+ History Month & Intersex Awareness Day
Ein Blick zurück. Ein Blick nach innen. Ein Blick nach vorn. Als ich begonnen habe, mich intensiver mit queerer Geschichte zu beschäftigen, war ich – ehrlich gesagt – überrascht. Nicht über das, was alles überliefert ist, sondern über das, was vermutet wird. Immer wieder werden alte Briefe, Kunstwerke, Anekdoten oder Lebenspartnerschaften auseinandergepflückt, um – Jahrhunderte nach dem Tod – doch noch ein Etikett zu finden: War diese Person nun schwul, lesbisch, bi, trans, nonbinary…? Und bei allem Verständnis für queere Repräsentation und Sichtbarkeit frage ich mich doch manchmal: Muss ein Mensch wirklich auf seine Sexualität oder Identität reduziert werden, damit er erinnerungswürdig ist? Denn ehrlich gesagt – in einer gerechten Welt bräuchte es keinen LGBTQ+ History Month. In einer gerechten Welt würden queere Menschen einfach mitgemeint , mitgedacht und mitgeschrieben . Aber so lange das nicht der Fall ist, braucht es Monate wie diesen – um nicht zu vergessen, was gewesen ist, und um das zu schützen, was noch immer bedroht wird. Oktober: LGBTQ+ History Month (z. B. im UK) Der LGBTQ+ History Month wurde 2005 erstmals im Vereinigten Königreich eingeführt. Ziel ist es, die vielfältige Geschichte queerer Menschen sichtbar zu machen: mit all ihren Kämpfen, Beiträgen und Perspektiven. Denn queere Geschichte wurde über Jahrhunderte hinweg entweder versteckt, ignoriert oder ausradiert : durch Kolonialismus, Religion, medizinische Pathologisierung oder gesellschaftliche Tabus. Dieser Aktionsmonat soll daran erinnern, dass Menschen aller sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten schon immer Teil unserer Gesellschaft waren – in Kunst, Wissenschaft, Politik, Sport, Alltag – und dass ihre Geschichten ebenfalls Geschichte sind . Intersex Awareness Day (26. Oktober) Am 26. Oktober wird jährlich der Intersex Awareness Day begangen – ein weltweiter Aktionstag zur Sichtbarkeit und Stärkung intergeschlechtlicher Menschen . Er erinnert an einen Meilenstein im Jahr 1996: Damals protestierten Aktivist*innen gegen medizinische Konferenzen in den USA, bei denen es um geschlechtsnormierende Eingriffe an Kindern ging – ohne deren Einwilligung. Inter* Personen werden mit körperlichen Merkmalen geboren , die nicht den typischen medizinischen Definitionen von "männlich" oder "weiblich" entsprechen. Viele von ihnen erleben Diskriminierung, medizinische Gewalt oder Unsichtbarkeit . Der Awareness Day will aufklären, Mut machen und politische wie gesellschaftliche Veränderungen anstoßen: für mehr Selbstbestimmung, Respekt und Schutz . Impuls zum Nachdenken Vom Zwang zum Sein. Vom Missverständnis zur Erkenntnis. Ein besonders eindrückliches Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit war für mich der Fall einer intergeschlechtlichen Person in Polen. Eine Frau, der bei der Geburt das männliche Geschlecht zugewiesen wurde – aus Unwissen oder Ignoranz, beides wohl keine Seltenheit. Was diesen Fall so besonders macht: Ein rechtskonservativer Politiker war direkt beteiligt – und änderte seine Haltung , nachdem er sich tiefer mit der Geschichte dieser Person befasst hatte. Es brauchte keine Ideologie. Keine Debatte. Kein Geschrei. Sondern: ein Gespräch, eine Erfahrung, ein echtes Leben. Solche Momente zeigen mir: Man darf dazulernen. Man darf sein Weltbild überdenken. Man darf sich eingestehen: Ich wusste es einfach nicht besser. Und genau das ist manchmal der erste Schritt, um besser zu handeln. Meine persönliche Meinung Ich selbst bin keine Mutter. Aber als Frau, als Mensch, als jemand, der schon viele Identitätswege begleitet und beobachtet hat, glaube ich: Kinder sollten nicht in Rollen gepresst werden, für die ihr Körper nicht gemacht oder ihr Geist nicht bereit ist. Intergeschlechtliche Kinder verdienen – wie alle anderen – Würde, Schutz und Zeit, um selbst zu entscheiden , wer sie sein wollen. Medizinische Notwendigkeit ist das eine. Gesellschaftliche Projektion etwas ganz anderes. Und beides sollte bitte sauber getrennt werden. Vielleicht ist es das, was wir aus diesen Tagen mitnehmen dürfen: Nicht jeder muss laut sein. Aber alle dürfen sein. Und niemand sollte das Gefühl haben, sich selbst ständig erklären zu müssen, nur um überhaupt mitgedacht zu werden. Mehr dazu >> nächsten Donnerstag. 18.00 Uhr. Denn Sichtbarkeit ist kein Trend. Sie ist eine Notwendigkeit. Bleib neugierig – und wenn du magst, teil diesen Beitrag mit jemandem, der vielleicht zum ersten Mal davon hört.
- Christopher Street Day - Personal Opinion
Today on the Queer Blog: Background on the article CSD & Scene from Frauenbarth.de . I’d really love to go to a party or an event again. On one hand, at least. On the other, our last outings left us pretty disappointed — and right now we feel a little lost in this big, colorful world we once loved so much. Below, I’m sharing an excerpt from my personal blog Frauenbarth and will reflect on some parts in more detail. Frauenbarth – Christopher Street Day & Scene [...] << read the full article in German Last year, we were genuinely excited about the very first Christopher Street Day CSD (Pride) in our small town — but honestly, we were a bit shocked. There were several reasons for that. Maybe because after so many years in an environment where inner freedom could never really be expressed outwardly, we expected something different — like a true scene . And not just oversized kids waving flags. As a child and teenager, I wished for more openness and education about the queer community — to better understand myself. But what we’ve found over the past few years has, sadly, never really felt like a community . It often feels like a collection of self-presentations that suffocate the intended scene under the shadow of their own flags. Harsh words? Maybe. But I see it like I do with feminism:When everyone is “traumatized,” when all are #MeToo, and no one steps aside anymore because “that’s what men can do,” it casts a shadow over everyone, fuels hatred, and deepens division. That’s why today, we’re stuck debating rainbows and circus acts that have absolutely no place in politics — and honestly, we’ve got bigger global issues than fighting over a piece of fabric. What gets forgotten are the people — of all ages, genders, backgrounds, and walks of life — for whom this (yes, political) event was originally intended. I doubt that anyone back then had the rainbow flag in mind as the core idea. My Inner Conflict Personally, that’s where my inner conflict lies.I wish for a bit more normality — for everyone.In my world, that would simply mean: we can treat each other normally, disagree sometimes, and still get along — without constantly forcing, denying, or overcorrecting each other.Maybe that’s always been a bit of a utopia. To go through all the things I find critical (language, symbols, politics, fear, hate, drama, theatre, circus, the world, …) would probably turn this into another book series — so instead, I just want to share a glimpse of how I’ve experienced things in recent years. js.colourful.life This project is meant for people who’ve felt like I once did — those who struggled with their own inclinations, wishes, and needs, and ended up in tricky situations because the search for oneself can lead down countless wrong paths. I honestly underestimated how much has changed in the past few years. When I was younger, I had to research everything: What exists? What’s considered physiological or pathological?What’s wrong with me — or maybe, nothing at all?Where are others right, and when are my emotions just running wild (as they often do — especially in puberty)? And how do other people deal with that? Back then, the number of accessible sources was very limited.So I had plenty of space for reflection, nuanced opinions, personal blogs, documentaries, and free academic articles. And suddenly, I’m living in a time where self-proclaimed “FinSubs” are topping minors on Snapchat — from not even below . Mistakes by parents?Mistakes by the scene?Mistakes of the internet?Politics?Time itself? Maybe. Maybe it’s all of them combined.But it’s probably not the gay couple next door.And it’s probably not the bisexual woman down the street or the trans person you might not even realize is trans. So what’s my problem, really? I want what everyone keeps preaching: an open society that supports each other instead of constantly fighting. I once truly believed humanity had grown beyond the Middle Ages — and yet, I still catch myself laughing at sharp-tongued comments or sharing things that add to the outrage.Sometimes, I’m part of the problem too — a flag-waving angry person for a moment. Yes, I get angry at life sometimes. We all do.And yes, I’d like a bit more recognition for what I do — but everyone gets overlooked at times. I could spend weeks wondering whether my life turned out the way it did because I was born female (luckily, I’m at peace with my biological sex — I’d probably do just fine as a man too; that’s what “nonbinary” means to me: accepting both without conflict) — or because I’m not straight.But I’d never find an answer. I’d just keep finding new reasons. I could just as well blame my blue eyes.Or my often imperfect skin.Or my constant struggle with speaking at the right volume.Or my math mistakes, because my brain likes to take detours that are absolutely unnecessary. Conclusion: If I want to feel discriminated against, I’ll always find a reason to. And yes, as a white, middle-class woman, I know I’m privileged.That’s exactly why I can also recognize that some people use the idea of discrimination as a platform to fill their own emptiness — and in doing so, they harm everyone: queers, allies, and straight folks alike. [...] << read the full article in German Inclinations, Wishes & Needs Inclination: a recurring inner orientation – for example, toward people of a certain gender or specific forms of relationships. Wish: something you desire or long for – it can change or come in phases. Need: a fundamental feeling or state essential to your well-being – like closeness, safety, freedom, or clarity. Why Write About Queerness and LGBTQIA+ Topics? It’s not always easy to tell the difference between what we need , what we want , and what we simply feel drawn to . Inclinations are often deep-seated – for instance, attraction to a particular gender or relationship type.Wishes, on the other hand, are flexible and often depend on our emotional state or life phase.Needs are the foundation: closeness, safety, freedom, clarity. Without them, we quickly lose ourselves. When it comes to identity, sexuality, or relationships, many people stumble: What’s normal? What’s real? And what’s just confusion? It’s perfectly okay not to have quick answers. Asexual, pansexual, nonbinary, trans*, queer – the variety is vast. And everyone has the right to find themselves within it, in their own way, in their own time. The journey to self-discovery often begins the moment you stop bending yourself to fit others. So: you don’t have to label yourself – but you can .You don’t have to explain yourself – but you may explore who you are.And if you feel lost – maybe you’re just beginning to find your real path. CSD & Scene – What I Personally Find Difficult Here I’d like to dive a bit deeper into what exactly troubles me – and maybe you’ve felt the same. If your experience is different, I’d love to hear your thoughts and tips. 1. Alienation from the “Scene” instead of belonging You were excited for Pride – and left disappointed.Not because of the cause, but because of the lack of depth:Instead of solidarity and community, you found mostly self-promotion and a kind of colorful “circus” where the original message – protection, visibility, connection – got lost. You long for a scene that unites instead of dividing, that expresses rather than performs. 2. Overpoliticization & Symbol Misuse You feel that many discussions about flags, language, and self-presentation are overshadowed by drama, outrage, and misused symbols – especially in political spaces where other, more pressing issues should take priority.What’s missing, for you, is genuine reflection on the people behind the terms – not just their performance. 3. Critique of Generalized Victimhood & Identity Labeling You notice that some portray themselves as “victims,” blurring the line between reality, trauma, and accountability.You question whether every story needs to be dramatized – and whether this constant overexposure might dilute real discrimination and exhaust the community. 4. Commercialization & Overstimulation You see how complex topics like sexuality and identity are increasingly monetized – often through provocative or sexualized content on social media and platforms like OnlyFans, which can confuse or mislead young people rather than empower them.You miss real education and reliable resources, especially for those still finding their way. 5. The Wish for Normality – Not Conformity You wish for an open, respectful society – not one where everyone has to think the same way or act “correctly.”You want space for differences – without it turning into conflict.For you, normality means living together with appreciation and respect, not pressure to conform. What Nonbinary Means to Me (and why that’s just one part of it) At some point, I realized: my biological sex isn’t the core of who I am.I could have lived as a man just as well.I don’t feel at odds with my body, but I’m also not defined by it.That’s my personal sense of nonbinary – existing between expectations, free from the need to pick a side. But nonbinary isn’t one single thing. It’s a spectrum.For some, it’s a deep inner conflict with their body.For others, a political stance.For many, a blend – or something else entirely.That’s the key: nonbinary isn’t a single identity, but many.Not a fixed label, but a space of possibility. I’m sharing my story not to generalize, but to give you a glimpse into my experience – in case you’re on your own journey too.And to remind you: you’re allowed to find your place in the spectrum, and it’s okay if it changes. Get Involved Would you like to share your own text?Send me a message with your motivation and a short writing sample – maybe soon your friends and followers will be reading your stories, discovering your recommendations, or being surprised by your writing talent. Reach people on a deeper level and share your thoughts in words – here on the Queer Blog by js.colourful.life . Next post → Saturday 6 PM
- Asexual Awareness Week – und warum Sichtbarkeit Raum schafft
Asexual Awareness Week - Heute beleuchten wir anlässlich der anstehenden Awarenessweek vom 20. - 26. Oktober die Asexualität und ihre Facetten. Gestern war übrigens Pronoun Day. Vielleicht ist er an dir vorbeigerauscht, vielleicht hat er dich zum Innehalten gebracht. Das Wichtigste in Kürze: Für viele Menschen sind Pronomen bloß Wörter, für andere ist es das erste Mal, dass sie gesehen werden. Asexual Awareness Week - Warum Sichtbarkeit Raum schafft 15. Oktober. Rückblickend war das Datum für viele vielleicht ein ganz normaler Tag – oder einer von vielen im Oktober. Doch am 15. Oktober wird weltweit der International Pronouns Day begangen. Ein Tag, der dazu einlädt, sich mit dem eigenen und dem fremden sprachlichen Sein auseinanderzusetzen – oft übersehen, dabei aber grundlegend für respektvolle Kommunikation. Gerade im queeren Kontext geht es nicht um Etiketten, sondern um Anerkennung. Nicht um Anspruch, sondern um Wahrnehmung. Und damit sind wir mitten im Thema: Denn die Asexual Awareness Week , die jährlich Ende Oktober stattfindet, kämpft genau mit diesem Spagat – zwischen Sichtbarkeit und Verstehen, zwischen Dasein und Daseinsberechtigung. Und der Erkenntnis: Nur weil mir etwas egal ist, darf es für jemand anderen trotzdem Bedeutung tragen. Ist ja auch nicht jeder Fußballfan. Was ist eigentlich Asexualität? Asexualität beschreibt eine sexuelle Orientierung, bei der Menschen keine oder nur sehr geringe sexuelle Anziehung zu anderen empfinden. Das bedeutet nicht automatisch, dass sie keine Nähe, keine Liebe oder keine Beziehung leben (wollen). Es bedeutet schlicht: Sexualität ist kein oder nur ein sehr kleiner Teil ihrer zwischenmenschlichen Erfahrung. Manche asexuelle Menschen bezeichnen sich auch als romantisch – etwa homoromantisch , biromantisch oder aromantisch – um auszudrücken, in welche Richtung sich emotionale oder romantische Verbindungen entwickeln. Wieder andere empfinden selten, aber unter bestimmten Umständen Anziehung (demisexuell, grey-ace usw.). Kurzum: Die asexuelle Community ist genauso vielfältig wie jede andere – und doch wird sie häufig übersehen oder sogar belächelt. Warum das wichtig ist – auch wenn du dich nicht betroffen fühlst Ich selbst bin nicht asexuell. Ich kenne niemanden in meinem direkten Umfeld, der sich so beschreibt. Und gerade deshalb schreibe ich diesen Beitrag. Denn Sichtbarkeit bedeutet nicht, dass alle selbst betroffen sind – sondern dass Raum geschaffen wird, in dem Menschen sich nicht mehr rechtfertigen müssen. In dem sie einfach sein dürfen. Ich wünsche mir, dass wir anfangen, auch leise Stimmen zu hören. Dass wir nicht erst zuhören, wenn Menschen laut werden müssen. Und dass wir begreifen, dass Vielfalt nicht nur bunt, laut und expressiv ist – sondern manchmal auch still, unauffällig und sensibel. Ausblick: Intersex Awareness Day am 26. Oktober Nach der Asexual Awareness Week folgt schon bald der Intersex Awareness Day – ein weiterer Anlass, das eigene Weltbild zu weiten. Intergeschlechtliche Menschen werden oft medizinisch, gesellschaftlich und rechtlich übergangen oder gar „korrigiert“, ohne je gefragt worden zu sein. Auch hier gilt: Du musst nicht betroffen sein, um dich zu interessieren. Aber du darfst anfangen, Fragen zu stellen. Du darfst zuhören, lernen, reflektieren. Mehr dazu >> nächsten Donnerstag. 18.00 Uhr. Denn Sichtbarkeit ist kein Trend. Sie ist eine Notwendigkeit. Bleib neugierig – und wenn du magst, teil diesen Beitrag mit jemandem, der vielleicht zum ersten Mal davon hört.
- Coming Out Day
Was ist der Coming Out Day? Der Coming Out Day (engl. National Coming Out Day ) wird jedes Jahr am 11. Oktober gefeiert – weltweit, aber ursprünglich stammt er aus den USA . Er wurde 1988 von den queeren Aktivist*innen Robert Eichberg und Jean O’Leary ins Leben gerufen: am Jahrestag des sogenannten Second National March on Washington for Lesbian and Gay Rights , einem großen queeren Protestmarsch 1987. Warum gibt es den Coming Out Day? Die Idee dahinter war (und ist) einfach – und gleichzeitig kraftvoll: Sichtbarkeit schafft Sicherheit. Wenn queere Menschen sich zeigen können – im Alltag, im Freundeskreis, am Arbeitsplatz – dann wird Vielfalt greifbarer. Dann werden Klischees hinterfragt, Berührungsängste abgebaut und Lebensrealitäten sichtbarer. Es geht dabei nicht um Zwang . Niemand muss sich outen. Es geht vielmehr um ein mutiges Sichtbarwerden , wenn es sich richtig anfühlt. Und um ein solidarisches Raumhalten für die, die es (noch) nicht können . Warum das immer noch wichtig ist: Auch heute – Jahrzehnte später – erleben queere Menschen weltweit noch immer: Diskriminierung & Ausgrenzung Angst vor Verlust von Familie oder Arbeitsplatz Unverständnis, Stigmatisierung oder sogar Gewalt Deshalb braucht es weiterhin Tage wie den Coming Out Day: Als Mutmacher für alle, die noch zögern Als Gegengewicht zu Hass & Engstirnigkeit Und als Erinnerung , dass Identität keine Erklärung braucht – nur Akzeptanz Warum über Queerness und LGBTQIA*+ Themen bloggen? Weil Bilder und kurze Clips die komplexen Thematiken der Szene nicht vollständig widerspiegeln können und es dadurch oft zu Verwirrungen in der Welt außerhalb der "Bubble" kommt. Das schürt Vorurteile und fördert Hass und Hetze. js.colouful.life - Queer Blog Du bist herzlich eingeladen, durch die verschiedenen Themenwelten zu surfen. Egal ob du auf der Suche bist, dich als Ally informieren möchtest oder vielleicht auch erstmal verstehen möchtest, worum es bei dieser ganzen Regenbogen-Sache und Sprachdiskussion eigentlich geht, bevor du dir deine Meinung bildest. Was bedeutet "Coming Out" eigentlich? "Coming Out" meint das Sichtbarwerden der eigenen sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität. Es gibt zwei Ebenen: Inneres Coming Out: Der Moment, in dem du für dich selbst erkennst: >> „Ich bin nicht hetero / nicht cis / nicht binär etc.“ Äußeres Coming Out: Wenn du diese Erkenntnis mit anderen teilst >> z. B. mit Freunden, der Familie oder öffentlich. Beide Schritte sind unabhängig voneinander . Manche Menschen outen sich nie öffentlich – und das ist genauso okay, denn letzten Endes geht deine Orientierung nur dich und deine(n) Partner:in(nen) etwas an. Wann ist der richtige Zeitpunkt? Es gibt keinen festen Zeitpunkt . Du darfst selbst entscheiden, wann , wie und ob überhaupt du dich outest. Wichtig ist: Dein Coming Out gehört dir. Niemand hat ein Recht, dich zu "outen" oder zu drängen. Was ist, wenn ich (noch) nicht bereit bin? Dann ist das total in Ordnung. Coming Out ist ein Prozess , kein Pflichttermin. Manche outen sich mit 14, andere mit 34 – oder nie. Jede Geschichte ist anders. Du darfst dir die Zeit nehmen, die du brauchst. Muss ich mich überhaupt outen? Nein. In einer idealen Welt wäre ein Coming Out gar nicht nötig – weil niemand Annahmen über dich trifft, sondern dich einfach so nimmt, wie du bist. Aber in der Realität hilft ein Coming Out oft dabei, sich freier zu fühlen, sich ehrlicher zu zeigen und Verbindungen zu vertiefen – sofern das Umfeld sicher ist. Wie kann ich jemand anderen beim Coming Out unterstützen? Hör zu. Ohne zu bewerten. Frag nicht nach "Beweisen" – du musst es nicht "verstehen", sondern einfach respektieren. Bleib diskret – ein Coming Out ist oft sehr persönlich. Es gehört nicht dir Frage, wie du unterstützen kannst. Feier mit , wenn es gewünscht ist. Oder sei einfach da, wenn es ruhig sein darf. Wann kommen neue Beiträge? Einen neuen Blogpost findest du jeden Donnerstag um 18.00 Uhr. Wenn du nicht nur Lesen, sondern dich auch austauschen möchtest, bist du ebenfalls herzlich eingeladen, unserer Community beizutreten und dich zu vernetzen. Meine Erfahrungen mit dem Coming Out Zwischen Mädchenphase und Selbstverständlichkeit Ich hatte keinen großen Coming-Out-Moment. Keine flammende Rede. Kein zitterndes Geständnis. Keine Reaktion, die mein Leben auf den Kopf gestellt hätte. Bei mir war es eher… ein Mitfließen. Ein "Ist halt so." Ein sanftes Durchwinken von Dingen, die vielleicht für andere ein Stoppzeichen gewesen wären. Es war nie ganz geheim – aber auch nie ganz ausgesprochen. Und manchmal frage ich mich, ob mir das was gefehlt hat. Oder ob ich einfach Glück hatte. Vielleicht beides. Denn was bei mir als "normale Mädchenphase" durchging, war in Wahrheit einfach ein Teil von mir. Keine Phase, keine Flucht, kein Trotz. Einfach… ich. Der Coming Out Day ist nicht nur für die lauten Geschichten. Er ist auch für die leisen Prozesse. Für die inneren Dialoge. Für das erste Mal, wo du dir selbst gedacht hast: „Hm. Vielleicht bin ich anders. Vielleicht bin ich einfach… ich.“ Er ist für die Menschen, die nie gefragt wurden. Und für die, die sich selbst nie geantwortet haben. Er ist für dich – egal, ob du rausgegangen bist, rausgeschrien hast, rausgeflogen bist oder einfach… weitergegangen bist. Denn „coming out“ ist kein Event. Es ist ein Weg. Und jeder geht ihn anders. Bleib sanft zu dir – und zu denen, die noch auf dem Weg sind. Mitmachen Du möchtest dich mit deinen Texten beteiligen? Sende mir eine Kontaktanfrage mit deiner Motivation und einem kleinen Textauszug und vielleicht lesen deine Freunde und Follower bald auch deine Erfahrungsberichte, folgen deinen Top-Empfehlungen oder sind überrascht von deinen Schreibskills. Erreiche Menschen auf anderer Ebene und teile deine Gedanken in Worten. Auf dem Queer Blog von js.colourful.life.
- Coming Out Day | English Version
What is Coming Out Day? Coming Out Day (officially National Coming Out Day ) is celebrated every year on October 11 – around the world, though it originally began in the United States. It was founded in 1988 by queer activists Robert Eichberg and Jean O’Leary , on the anniversary of the Second National March on Washington for Lesbian and Gay Rights – a major queer protest that took place in 1987. Why does Coming Out Day exist? The idea behind it was – and still is – simple, yet powerful: Visibility creates safety. When queer people can be open about who they are –in everyday life, among friends, at work –diversity becomes something tangible.Stereotypes are challenged, fears and barriers begin to fade,and different realities of life become visible. It’s not about pressure or expectation.No one has to come out.It ’s about showing up – bravely, authentically – when it feels right.And about holding space in solidarity for those who can’t (yet) do so. Why it’s still important today Even decades later, queer people around the world still face: Discrimination and exclusion Fear of losing family or employment Misunderstanding, stigma, and even violence That’s why days like Coming Out Day are still needed – As a source of courage for those who are still uncertain As a counterbalance to hate and narrow-mindedness And as a reminder that identity never needs an explanation – only acceptance. Why Write About Queerness and LGBTQIA+ Topics? Because pictures and short clips can’t capture the full complexity of queer life.That gap often leads to confusion outside the “bubble” – which fuels prejudice, hate, and division. js.colourful.life – The Queer Blog You’re warmly invited to explore the different sections and topics.Whether you’re searching for answers, want to learn more as an ally,or simply wish to understand what all this rainbow talk and language discussion is about – you’re in the right place. What Does “Coming Out” Actually Mean? “Coming Out” describes the moment of becoming visible in your sexual orientation or gender identity . There are two levels: Inner Coming Out: The moment you realize for yourself: “I’m not straight / not cis / not binary, etc.” Outer Coming Out: When you share that realization with others – for example, with friends, family, or publicly. Both steps are independent of each other.Some people never come out publicly – and that’s completely okay.In the end, your orientation is yours alone – it’s personal, and only concerns you and your partner(s). When Is the Right Time? There is no fixed time.You decide when, how – or if at all – you want to come out. What matters is: your coming out belongs to you. No one has the right to “out” you or pressure you into it. What If I’m (Still) Not Ready? That’s totally fine.Coming out is a process , not a deadline. Some people come out at 14, others at 34 – or never.Every story is different.You can take all the time you need. Do I Even Have to Come Out? No.In a perfect world, coming out wouldn’t even be necessary –because no one would make assumptions about who you are. But in reality, coming out often helps you feel freer,more authentic, and more connected –as long as the environment is safe. How Can I Support Someone Else During Their Coming Out? Listen – without judging. Don’t ask for “proof.” You don’t have to understand , you just have to respect . Stay discreet. A coming out is deeply personal – it’s not your story to share. Ask how you can help. Celebrate if it’s wanted – or simply be there if quiet support feels right. When Are New Posts Published? A new blog post goes live every Thursday at 6 PM. And if you want to do more than just read –if you’d like to exchange ideas and connect –you’re warmly invited to join our community . My Experience with Coming Out Between “a phase” and feeling at peace with myself I never had one big coming out moment. No grand speech. No trembling confession. No reaction that turned my world upside down. For me, it was more of a gentle flow. An “it just is.” A quiet acceptance of things that might have been red flags for someone else. It was never fully a secret – but never fully spoken either. And sometimes I wonder if I missed something. Or if I was just lucky. Maybe both. What others called a “normal girl phase” was, in truth, simply a part of me. Not a phase, not rebellion, not confusion. Just… me. Coming Out Day Isn’t Only for Loud Stories It’s also for the quiet ones.For the inner conversations. For the first time you thought to yourself: “Hmm. Maybe I’m different. Maybe I’m just… me.” It’s for the people who were never asked.And for those who never answered themselves. It’s for you – whether you came out, shouted it out, got pushed out,or simply… kept walking. Because “coming out” isn’t an event.It ’s a journey.And everyone walks it differently. Be gentle with yourself – and with those who are still finding their way. Get Involved Would you like to contribute your own text? Send me a message with your motivation and a short writing sample – maybe soon your friends and followers will be reading your stories,discovering your top recommendations,or being surprised by your writing talent. Reach people on a deeper level and share your thoughts in words – right here on the Queer Blog of js.colourful.life.
- Frauenbarth - CSD & Szene
Heute im Queer Blog: Hintergründe zum Beitrag CSD & Szene auf Frauenbarth.de Ich würde gerne mal wieder auf eine Party oder eine Veranstaltung gehen. Einerseits. Andererseits sind wir bei den letzten Ausflügen ziemlich enttäuscht worden und fühlen uns gerade irgendwie ein bisschen verloren in dieser großen bunten Welt, die wir mal so geliebt haben. Im folgenden stelle ich dir einen Auszug aus einem Beitrag von meinem Alltagsblog Frauenbarth vor und gehe auf einige Abschnitte näher ein. Frauenbarth - CSD & Szene [...] << ganzen Beitrag lesen Wir haben uns letztes Jahr echt über den ersten CSD in unserer kleinen Stadt gefreut, waren aber ehrlich gesagt ein bisschen schockiert. Das hatte mehrere Gründe. Vielleicht weil wir einfach nach vielen Jahren, in denen das Umfeld keine innere Freiheit nach Außen möglich war und wir das auf einer solchen Veranstaltung erwartet hätten. Zum Beispiel eine Szene. Und nicht flaggenschwingende zu große Kinder... Als Kind und Jugendliche habe ich mir mehr Offenheit und Aufklärungsarbeit gewünscht, was die queere Community angeht, auch, um mich selbst besser einschätzen zu können. Was wir die letzten Jahren finden, ist aber leider niemals eine Community gewesen, sondern eine Aufstellung von Selbstdarstellungen, die die gewollte Szene mit ihrem Flaggenschatten ersticken. Harte Worte? Vielleicht. Aber hier seh ich das wie mit den Frauen: Wenn jede ein "Trauma" hat, alle #me2 sind und keine mehr auf der Straße aus dem Weg geht, weil das ja die Männer machen können, wirft das ein schlechtes Licht auf alle, schürt den Hass und treibt die Spaltung nur voran. Deswegen haben wir heute Diskussionen über Regenbögen und Zirkusse, die so absolut nichts in der Politik verloren haben und mal ernsthaft: wir hätten weltweit gerade größere Probleme als um ein Stück Stoff zu streiten. Vergessen werden die Menschen, egal welchen Alters, welchen Geschlechts, welcher Herkunft oder welchen Stands, für die diese (ja, politische) Veranstaltung überhaupt gedacht war. Ich denke dabei hatte ursprünglich mal keiner die Regenbogenflagge im Sinn. Mein Zwiespalt Jetzt befinde ich mich persönlich ja dadurch so im Zwiespalt. Weil ich mir ein bisschen mehr Normalität wünsche, für alle. Was in meiner Welt einfach bedeuten würde: wir können normal miteinander umgehen, auch mal unterschiedlicher Meinung sein, müssen uns nichts absprechen oder aufdrängen. Aber vielleicht war das auch schon immer ein bisschen Utopie. Um jetzt auf alle Punkte einzugehen, die ich kritisch finde ( Sprache, Symbolmissbrauch, Politik, Angst, Hass, Drama, Theater, Zirkus, die Welt, ...) müsste diese Beitrag wieder eher eine Buchreihe werden, deswegen fange ich es jetzt gar nicht erst an, sondern möchte euch mein Erleben in dieser Zeit ein bisschen darstellen: js.colourful.life ist eigentlich für Menschen gedacht, denen es so ging wie mir: Die sich schwer getan mit den eigenen Neigungen, Wünschen und Bedürfnissen und sich deswegen oft in ungünstige Lagen gebracht haben, weil es auf der Suche nach sich selbst so unendlich viele Irrwege gibt. Und ich habe wirklich unterschätzt, was die letzten paar Jahre in dieser Hinsicht alles passiert. Als ich klein war, musste ich noch recherchieren - was gibt es, was ist als physiologisch, was als pathologisch einzuordnen, was stimmt nicht mit mir oder ist soweit alles in Ordnung? Wo haben die anderen mal recht und die Gefühle drehen grad nur durch (kann ja grad in der Pubertät - und auch außerhalb - mal vorkommen...) und wie gehen andere Menschen damit um? Zu diesen Zeiten gab es noch eine sehr überschaubare Anzahl an für mich erreichbaren Quellen... Deswegen hatte ich viel Raum für Gedanken, differenzierte Meinungen, Erfahrungsberichte als Blogs, Dokus, kostenlosen medizinischen Fachartikeln... Und auf einmal lebe ich in einer Zeit in der die selbsternannten FinSubs die kleinen Mädchen auf Snapchat von - nicht mal mehr unten - toppen ... Fehler bei den Eltern? Fehler der Szene? Fehler des Internets? Fehler der Politik? Fehler der Zeit? Vielleicht. Vielleicht ist es aber auch die Mischung. Wahrscheinlich ist es nicht das schwule Nachbarspärchen, das das Grundproblem darstellt. Wahrscheinlich ist es auch nicht die bisexuelle Frau von nebenan oder die Transperson, [von der du vielleicht nicht mal weißt, dass sie/er mit einem anderen Geschlecht zur Welt gekommen ist]. Und was ist denn jetzt eigentlich mein Problem? Ich möchte das, was überall gepredigt wird: eine offene Gesellschaft, die sich füreinander einsetzt, statt ständig zu bekriegen, denn ich hab mal dran geglaubt, dass die Menschheit dem Mittelalter entwachsen ist und manchmal erwische ich mich selbst, wie ich über bissige Kommentare oder Aktionen lachen oder sie manchmal sogar teilen muss und dabei auch aussehe wie eine flaggenschwingende Wut-Person . Ja, ich bin manchmal wütend auf das Leben, das sind wir alle. Und ja, manchmal wünsche ich mir auch ein bisschen mehr Achtung für das, was ich leiste, aber übergangen werden kann jeder. Ich könnte mich jetzt wochenlang hinsetzen und damit beschäftigen, ob mein Leben nur so gelaufen ist, weil ich halt zufällig als Frau geboren wurde (mein Glück ist ja, dass ich relativ sicher bin, dass mir mein biologisches Geschlecht recht egal ist, weil ich auch als Mann klarkommen würde - meine Definition von non-binary , die mir im übrigens auch ermöglicht, mein biologisches und soziales Geschlecht anzunehmen und glücklicherweise niemals in die Lage komme, eine Körperdysphorie zu erleiden) oder weil ich nicht hetero bin (sei mal ehrlich: jeder der fragt hat doch ein gewisses persönliches Interesse, egal ob an Thema oder Person) und würde doch zu keinem Ergebnis kommen, weil ich immer weitere Gründe finden würde. Aber ich könnte auch meine blauen Augen nehmen. Vielleicht auch meine oft unreine Haut. Oder meine Kämpfe mit der richtigen Lautstärkeregulation in der gesprochenen Sprache. Oder meinen Mathe-Folgefehlern, weil mein Hirn mir gerne viele Abzweigungen gibt, die einfach vollkommen unnötig sind... Oder, oder, oder. Fazit: wenn ich mich schlecht oder diskriminiert fühlen will, dann schaffe ich das auch. Jetzt bin ich als weiße mittelständische Frau natürlich auch privilegiert. Dadurch kann ich aber auch einschätzen, dass es in den (sozialen) Medien Menschen gibt, die die Diskriminierung clever als Welle für ihre eigene Leere nutzen. Und damit allen Schaden. Den Queers, den Allys, den Heten. [...] << ganzen Beitrag lesen Neigungen, Wünsche und Bedürfnisse Neigung: Eine wiederkehrende innere Ausrichtung – z. B. zu Menschen eines bestimmten Geschlechts, zu bestimmten Beziehungsformen, etc. Wunsch: Etwas, das du dir erhoffst oder ersehnst – kann sich verändern oder in Phasen auftreten. Bedürfnis: Ein grundlegendes Gefühl oder Zustand, den du zum Wohlbefinden brauchst – z. B. Nähe, Sicherheit, Freiheit, Klarheit. Warum über Queerness und LGBTQIA*+ Themen bloggen? Manchmal ist es gar nicht so leicht, zwischen dem zu unterscheiden, was wir wirklich brauchen, was wir uns wünschen – und wozu wir uns vielleicht einfach nur hingezogen fühlen. Während Neigungen oft tief verwurzelte Ausrichtungen sind, zum Beispiel in Bezug auf Geschlecht oder Beziehungstyp, sind Wünsche wandelbar und hängen stark von unserer Lebensphase oder emotionalen Lage ab. Bedürfnisse hingegen sind grundlegend: Nähe, Sicherheit, Freiheit, Klarheit – ohne sie fühlen wir uns schnell verloren. Gerade wenn es um Identität, Sexualität oder Beziehungen geht, geraten viele ins Straucheln: Was ist normal? Was ist echt? Und was ist vielleicht einfach nur Verwirrung? Dabei ist es völlig okay, keine schnellen Antworten zu haben. Asexuell, pansexuell, nicht-binär, trans*, queer – die Vielfalt an Möglichkeiten ist groß. Und jede*r hat das Recht, sich selbst darin zu finden, mit der Zeit, im eigenen Tempo. Der Weg zu sich selbst beginnt oft dort, wo man aufhört, sich zu verbiegen. Deshalb: Du musst dich nicht labeln – aber du darfst. Du musst dich nicht erklären, aber du darfst dich erforschen. Und wenn du das Gefühl hast, dich verirrt zu haben: Vielleicht bist du gerade erst dabei, deinen echten Weg zu finden. CSD & Szene - Was ich persönlich kritisch finde Hier möchte ich nochmal genauer darauf eingehen, was denn genau mein Problem ist und vielleicht denkst du das auch. Deswegen fühl dich eingeladen, dich im folgenden direkt angesprochen zu fühlen. Falls du die Szene gerade anders erlebst, freu ich mich auf deine Tipps und Meinung. Was dich persönlich kritisch stimmt Zusammenfassung aus „Frauenbarth – CSD & Szene“ 1. Entfremdung von der „Szene“ statt Zugehörigkeit Du hast dich auf den CSD gefreut – und warst ernüchtert. Nicht wegen des Anlasses, sondern wegen der fehlenden Tiefe: Statt einer solidarischen Community fandest du vor allem Selbstdarstellungen und eine Art bunter "Zirkus", in dem das eigentliche Anliegen – Schutz, Sichtbarkeit, Vernetzung – unterging. Du sehnst dich nach einer Szene, die verbindet, nicht spaltet oder sich in performativen Symbolen verliert. 2. Überpolitisierung & Symbolmissbrauch Du empfindest viele Diskussionen rund um Regenbogenflaggen, Begriffe und Selbstinszenierung als überschattet von Drama, Empörung und Symbolmissbrauch Gerade in politischen Kontexten, wo eigentlich ganz andere, dringendere Themen im Vordergrund stehen sollten. Dir fehlt eine differenzierte Auseinandersetzung mit den Menschen hinter den Begriffen – nicht nur mit deren Darstellung. 3. Kritik an pauschaler Betroffenheit & Identitäts-Labeling Dir fällt auf, dass sich viele als „Betroffene“ inszenieren, obwohl das Spektrum von Realität, Trauma, Verantwortung und Selbstreflexion dabei oft verwischt wird. Du hinterfragst, ob jede Geschichte gleich dramatisiert werden muss – und ob das nicht auf lange Sicht zu Spaltung, Misstrauen und emotionaler Überforderung führt. Besonders problematisch findest du dabei, dass echte Diskriminierung verwässert wird. 4. Kommerzialisierung & Reizüberflutung Du beobachtest, wie komplexe Themen wie Sexualität und Identität zunehmend medial verwertet werden – oft durch provokative Darstellungen (z. B. über Social Media, OnlyFans, „FinSubs“ etc.), die vulnerable Gruppen eher überfordern oder fehlleiten als empowern. Dabei fehlt dir oft echte Aufklärung und Zugang zu fundierten Ressourcen – vor allem für junge Menschen, die gerade Orientierung suchen. 5. Wunsch nach Normalität – nicht Normierung Du wünschst dir eine offene, respektvolle Gesellschaft – nicht eine, in der alle gleich denken oder sich zwanghaft „richtig“ verhalten müssen. Du möchtest Raum für Unterschiede – ohne dass daraus gleich Grabenkämpfe entstehen. Für dich ist Normalität kein Anpassungsdruck, sondern ein wertschätzendes Miteinander trotz Verschiedenheit. Was nonbinary für mich bedeutet (und warum das nur ein Ausschnitt ist) Ich habe für mich selbst irgendwann gemerkt: Mein biologisches Geschlecht ist nicht das Zentrum meines Seins. Ich hätte als Mann genauso funktionieren können. Ich fühle mich nicht im Widerstand zu meinem Körper, aber auch nicht vollständig durch ihn definiert. Das ist mein persönlicher Zugang zu dem, was ich als nonbinary empfinde – ein Raum zwischen den Erwartungen, frei von der Notwendigkeit, mich auf eine Seite schlagen zu müssen. Aber: Nonbinary ist kein festes Schema. Es ist ein Spektrum. Und so wie ich meinen Zugang gefunden habe, finden andere ganz andere Wege. Für manche bedeutet es einen tiefen inneren Konflikt mit dem eigenen Körper. Für andere eine politische Haltung. Für viele eine Mischung aus beidem – oder etwas ganz anderes. Und das ist wichtig zu verstehen: Nonbinary ist nicht eine Identität, sondern viele. Kein Label mit fester Definition, sondern ein Möglichkeitsraum. Ich schreibe hier über mein eigenes Erleben. Nicht um zu pauschalisieren, sondern um dir einen Einblick zu geben – falls du selbst auf der Suche bist. Und um dir zu sagen: Du darfst deinen Platz im Spektrum selbst finden. Und der darf sich auch verändern. Mitmachen Du möchtest dich mit deinen Texten beteiligen? Sende mir eine Kontaktanfrage mit deiner Motivation und einem kleinen Textauszug und vielleicht lesen deine Freunde und Follower bald auch deine Erfahrungsberichte, folgen deinen Top-Empfehlungen oder sind überrascht von deinen Schreibskills. 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- The Queer Blog and LGBTQIA+ – Why and what for?
Welcome to js.colourful.life In the Queer Blog , you’ll find general posts, recommendations, and personal stories. Hi, I’m Jana , in my early thirties, an entrepreneur from the Hochtaunus region in Germany – and I’m queer.I’ve been in what looks like a heteronormative relationship for over six years now, and in my partner, I’ve found my personal happiness – partly because he accepts me exactly as I am. It hasn’t always been like that. For a long time, I got lost – especially in relationships and within my close environment – trying so hard to be what others wanted me to be that I forgot who I really was. There were many small and big things that helped me find myself again, and I’m deeply grateful for the amazing people who supported me along the way.But there were also aspects that even friends and family couldn’t fill: the understanding of myself. When you start realizing that you might not be entirely straight, you suddenly see the world through different eyes. That can be both beautiful and challenging – and sometimes, an external point of reference helps: a book, a film, a blog post, or an online community to help you figure out where your own journey might lead. That’s how it was for me. And when I look around today, I see a lot – but I also see many messages about queer education projects being shut down, funding for awareness and safe spaces being cut. That’s not only sad – it’s worrying. The Queer Blog and LGBTQIA+ – Why and what for? While I share short glimpses of my life on Instagram, TikTok, and YouTube to highlight queer visibility – without making it the only topic – this blog is meant to provide information, education, and deeper insight into everyday queer life. Why write about Queerness and LGBTQIA+ topics? Because pictures and short clips can’t capture the full complexity of queer experiences.That gap often leads to misunderstandings outside the “bubble” – and misunderstandings feed prejudice, hate, and division. js.colourful.life – The Queer Blog You’re warmly invited to browse through the different sections. Whether you’re searching for answers, want to learn more as an ally, or simply wish to understand what this “rainbow thing” and all the language discussions are actually about before forming your opinion – you’re in the right place. When are new posts published? A new blog post goes online every Thursday at 6 PM . And if you’d like to do more than just read – if you’d like to connect and exchange thoughts – you’re warmly invited to join our community and be part of the conversation. My Motivation I truly believe that many people simply don’t have access to the right sources for understanding.Educational resources about family diversity, gender identity, and different forms of love and relationships are still rare.Meanwhile, social media often amplifies oddities that end up shaping how entire groups of people are perceived. That’s why I want to offer everyone the chance to learn about queer life for free – openly, respectfully, and without judgment. In this blog, you’ll find both informational and historical articles , as well as personal stories, recommendations, and reflections. Get Involved Would you like to share your own text? Send me a message with your motivation and a short writing sample – maybe your friends and followers will soon be reading your experiences, following your top recommendations, or discovering your writing talent. Reach people on a deeper level and share your thoughts in words. On the Queer Blog of js.colourful.life.
